
10.07.2003 - Die CDU-Ratsfraktion hat im Schul- und Bildungsausschuss gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner FDP einen neuen Ansatz zur Lösung der Schulraum-Probleme vorgelegt. Kerngedanke bei diesen überlegungen ist, dass durch den Neubau von Schulraum an zentralen Schulstandorten die Flexibilität der Schulraumnutzung durch alle Schulen an diesen Standorten erheblich gesteigert werden könnte. Zudem könnten andere Schulstandorte aufgegeben und einer wirtschaftlichen Verwertung zugeführt werden.
Gedacht ist an Neubauten am Standort Geroweiher, wo ein Montessori-Zentrum entstehen soll, zu dem die Montessori-Grundschule, das Gymnasium am Geroweiher mit seinem Montessori-Zweig und eine neue Realschule mit Montessori-Zweig gehören sollen, sowie am Standort Volksgarten, wo durch einen Neubau Platz für eine Hauptschule geschaffen, die Raumprobleme der Realschule gelöst und die Berufskolleg-Auslagerung Alleestraße aufgegeben werden könnte. Die Verwaltung soll prüfen, ob diese Maßnahmen an den genannten Standorten realisiert werden können. Sollte das Ergebnis der Prüfung positiv sein, sollen eine Grobplanung, eine Kostenschätzung sowie ein Finanzierungsvorschlag vorgelegt werden, wobei insbesondere die Finanzierungsmöglichkeiten über Investorenmodelle zu berücksichtigen sind.
Montessori-Pädagogik gefragt
Die Anmeldezahlen der Montessori-Grundschule und die Diskussion über die Gymnasien in Mönchengladbach haben gezeigt, dass die Nachfrage nach Montessori-Pädagogik in Mönchengladbach groß ist. Die Einrichtung einer Realschule mit Montessori-Zweig wird damit mit Sicherheit ein - bislang nicht vorhandenes - pädagogisches Angebot sein, das ausreichend Nachfrage findet und zur wünschenswerten Bildungsvielfalt in unserer Stadt beiträgt. Die gemeinsame Unterbringung des Gymnasiums Am Geroweiher und der neuen Realschule am Schulstandort Geroweiher - zunächst in vorhandenen Räumen, nach dem Neubau von Schulraum unter Nutzung aller dann vorhandener Räume - kann für beide Schulsysteme nur von Vorteil sein. Kinder, denen am Ende der Orientierungsstufe ein Schulformwechsel - egal in welcher Richtung - empfohlen wird, finden eine geeignete Schule mit gleichem pädagogischem Konzept unter gleichem Dach. Gleiches gilt für Realschüler, die sich nach Abschluss der Klasse 10 für den Besuch der Sekundarstufe II am Gymnasium entscheiden. Dies wiederum stärkt das Gymnasium, denn eine Stabilisierung der Schülerzahlen in der Oberstufe garantiert ein attraktives Differenzierungsangebot.
Interfraktionelle Gespräche
Wie die Raumübersicht der Verwaltung zeigt, wäre das Raumangebot im Schulgebäude an der Balderichstraße bei solidarischer Konzeption der beiden Schulleitungen und wohlwollender Nutzung aller Synergie-Effekte, z.B. in Bezug auf die Fachräume, für die Zeit der Anlaufphase der neuen Realschule ausreichend. Durch die Gründung der neuen Realschule kann zudem auf den Ersatz der abgängigen Pavillonklassen an der Geschwister-Scholl-Realschule verzichtet werden.
Am Standort Geroweiher könnte neben dem Gymnasium am Geroweiher, der Katholischen Anton-Heinen-Schule und der neuen Realschule mit Montessori-Zweig auch die Montessori-Grundschule ein neues - mit dem ÖPNV gut erreichbares und zentrales - Zuhause finden. Momentan muss die Montessori-Grundschule aufgrund großer Nachfrage und zu wenig Raum in ihrem Hauptgebäude Bleichstraße eine Dependance auf der Von-der-Helm-Straße führen. Mittelfristig ließe sich durch die Bündelung all dieser angedachten Maßnahmen im Herzen Mönchengladbachs ein attraktives Montessori-Gesamtkonzept umsetzen, das in Nordrhein-Westfalen seinesgleichen sucht und Vorbild für viele Städte sein könnte.
Gemeinsamer Standort
Bezüglich des Schulstandortes Volksgarten wären durch den Neubau von Schulraum mehrere Probleme zu lösen. Zum einen könnte dort die Heinrich-Lersch-Hauptschule wieder an einem Standort angesiedelt werden, der die Unterbringung aller Klassen möglich macht. Derzeit ist das Raumangebot am Standort Rohrstraße nicht ausreichend, so dass Notwendigkeit besteht, Klassen in das Gebäude des Berufskollegs am Platz der Republik auszulagern. Zum anderen könnte die Auslagerung des Berufskollegs Volksgartenstraße an der Alleestraße aufgegeben werden, so dass auch für diese Schule wieder alle Klassen an einem gemeinsamen Standort untergebracht werden könnten. Weiterhin sind durch einen Neubau die Raumprobleme der Realschule Volksgarten und des Berufskollegs Volksgartenstraße zu lösen.