
13.09.2007 (hwr) - Als herben Verlust für die Stadt wertet die CDU-Ratsfraktion die Ankündigung der Britischen Streitkräfte, bis zum Jahr 2014 im Zuge umfangreichen Umstrukturierungen ihre Truppen weitgehend aus Mönchengladbach abzuziehen. „Auch wenn die Überlegungen des britischen Verteidigungsministers noch unter dem Vorbehalt weiterer Prüfungen stehen und der Erhalt eines logistischen Fuhrparks in Mönchengladbach grundsätzlich positiv zu sehen ist, werden wir uns aller Voraussicht nach darauf einstellen müssen, dass im Bereich des JHQ mehr als 5000 britische Mitbürger unsere Stadt verlassen und etwa 900 Zivilbeschäftige ihren Arbeitsplatz bei den britischen Streitkräften verlieren werden“, gibt sich CDU-Fraktionsvorsitzender Rolf Besten keinen Illusionen hin.
Herausforderung
Die Stadt Mönchengladbach steht aufgrund dieser Entwicklung aus Sicht der CDU-Ratsfraktion vor einer der größten Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte. „Das JHQ und die dort beschäftigten und lebenden Menschen haben sind seit den fünfziger Jahren in allen gesellschaftlichen Bereichen ein fester Bestandteil unserer Stadtstruktur“, sagt Reiner Brandts. Für Verwaltung und Politik gelte es nun, so der CDU-Sprecher im Planungs- und Bauausschuss, Konzepte zu entwickeln, um Zukunftsperspektiven für die betroffenen Menschen, das großflächige Gebiet im Hardter Wald und die von den Briten genutzten Wohngebiete in der Mönchengladbacher Innenstadt aufzuzeigen.
Keine "Schnellschüsse"
Mit „Schnellschüssen“ sei in dieser Situation niemandem gedient, heißt es aus der CDU-Ratsfraktion, für die sich die weitere Vorgehensweise in mehreren Schritten abzeichnet. Nach Kenntnis der genauen Ablaufpläne für den Abzug ist zunächst mit Blick auf die betroffenen Menschen zu klären, wo Beschäftigungsmöglichkeiten gefunden werden können. „Hier liegt eindeutig das größte Problem, das vorrangig angepackt werden muss“, sagt der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Norbert Post. 900 Arbeitsplätze zu ersetzen, die über Jahrzehnte sicher waren, sei eine Herkulesaufgabe, die für die Stadt Mönchengladbach kaum allein zu stemmen sei. Als Landtagsabgeordneter werde er sich, so Post, gemeinsam mit seinem Landtagskollegen Michael Schroeren und dem Bundestagsabgeordneten Dr. Günter Krings auf Landes- und Bundesebene für eine tat- und finanzkräftige Unterstützung der Stadt einsetzen.
Liegenschaften weiter nutzbar?
Die Frage, ob und für welchen Zweck eine weitere Nutzung der bisher von den britischen Militärs und deren Familienangehörigen genutzten Liegenschaften möglich ist, ist für die CDU-Ratsfraktion der zweite wichtige Themenkomplex, der zu diskutieren ist. Dabei werden Eigentumsverhältnisse und Zustand der Liegenschaften eine wesentliche Rolle spielen.
Rolf Besten: „Wir werden keinerlei Vorfestlegungen treffen, sondern nach ausführlicher Analyse alle denkbaren möglichen Möglichkeiten diskutieren, dann die Vor- und Nachteile jeder Alternative sorgfältig abwägen und schließlich entscheiden.“
Externe Hilfe erforderlich
Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende sieht die Notwendigkeit externer Hilfe: „Schon jetzt ist klar, dass keine Lösung zum Nulltarif zu haben sein wird.“ Andere Regionen des Landes seien in der Vergangenheit schon bei weit weniger dramatischen Veränderungen unterstützt worden.
Für die CDU-Ratsfraktion steht fest, dass die Problematik Politik und Verwaltung viele Jahre beschäftigen wird. Rolf Besten: „Unsere Aufgabe wird es sein, verantwortlich mit der neuen Situation umzugehen und am Ende zu Entscheidungen zu kommen, die nicht nur Schaden von unserer Stadt abwendet, sondern nach Möglichkeit auch positive Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.“