

29.06.2010 - Flickschusterei, Aktionismus und fehlende Transparenz wirft die CDU der Giesenkirchener SPD im Zusammenhang mit deren Präsentation vermeintlich neuer Ideen zur Verbesserung der Sportstätten-situation im Stadtteil vor. „Der Vorschlag, den Sportplatz Asternweg aufzugeben und diese Fläche als Baugebiet zu nutzen, war auch schon Bestandteil der Projektidee Giesenkirchen 2015“, sagt Frank Boss als Vorsitzender der CDU Giesenkirchen-Schelsen-Meerkamp.
Allerdings gebe es, so der CDU-Ratsherr, einen entscheidenden Unterschied: Als seinerzeit die CDU den Vorschlag machte, hätte der Erlös aus der Vermarktung der Fläche am Asternweg nahezu 1:1 in das neue Sportzentrum, das auf dem Gelände des ehemaligen Freibades geplant war, fließen können. Das ist heute aufgrund der Vorgaben, die es wegen der Haushaltssituation der Stadt Mönchengladbach seitens der Kommunalaufsicht gibt, nicht mehr möglich.
Keine Transparenz
Erstaunt ist man bei der CDU auch über die SPD-Behauptung, dass zu den Bebauungsüberlegungen am Asternweg Gespräche mit Anwohnern geführt worden sein sollen. Frank Boss: „Solche Gespräche müssen dann aber in sehr kleinen Zirkeln geführt worden sein, denn wir haben völlig andere Informationen.“ Selbst im Vorstand der SPD Giesenkirchen seien nicht alle Mitglieder informiert, geschweige denn, dass es eine Abstimmung innerhalb der Ampel-Mehrheit gegeben hätte. Von Transparenz könne jedenfalls nicht die Rede sein, und die Vorwürfe, die seinerzeit die SPD zu „Giesenkirchen 2015“ erhoben hätte, erwiesen sich jetzt als Bumerang.
Vollends unseriös werden die aktuellen SPD-Vorschläge für die CDU an dem Punkt, an dem eine aufwändige Sanierung der Bezirkssportanlage Puffkohlen mit dem Bau von einem oder zwei Kunstrasen-Spielfeldern in Aussicht gestellt wird. „Eine solche Maßnahme würde bei zwei Feldern mehr als eine Million Euro kosten, und es gibt keinen einzigen Hinweis, woher die SPD dieses Geld nehmen will“, sagt Frank Boss. Der Zusammenhang mit der möglichen Vermarktung der Sportplatzflächen am Asternweg könne an dieser Stelle nicht hergestellt werden, denn Vermarktungserlöse müssten in voller Höhe dem defizitären städtischen Haushalt zugeführt werden.
Populismus pur
Eine Täuschung der Bürgerschaft sieht die CDU, wenn SPD-Ratsherr Horst Peter Vennen laut über die Renaturierung des ehemaligen Freibadgeländes nachdenkt. Ralf Kremer, stellvertretender Vorsitzender der CDU Giesenkirchen-Schelsen-Meerkamp: „Hier wird mit aller Gewalt versucht, den Eindruck zu erwecken, die SPD werde in diesem Bereich Neues schaffen. Das ist aber mit Blick auf die vielen Grünbereiche im Stadtteil nicht zwingend notwendig, noch ist eine solche Renaturierung, die sicher mehrere hunderttausend Euro kosten würde, finanzierbar. Kurzum: Populismus pur.“ Erst in der jüngsten Sitzung des Freizeit-, Sport- und Bäderausschusses habe die Verwaltung eine Anfrage von Frank Boss, ob Anregungen an die Verwaltung herangetragen worden wären, in dieser Richtung tätig zu werden, klar verneint.
Ziel der CDU-Kritik ist auch die frühere Sprecherin der Initiative „Nein zu Giesenkirchen 2015“, die jetzt in der SPD aktiv ist. Vehement habe sich Andrea Hoeveler in ihrer früheren Funktion gegen eine Bebauung im Bereich Puffkohlen engagiert. Jetzt wolle sie Anwohnern anderer Straßen einreden, dass eine Bebauung dort gut für den Sport in Giesenkirchen wäre. Frank Boss: „St. Florian lässt grüßen.“
Keine Chance zu punkten
Zusammengefasst ist der aktuelle Vorstoß der SPD Giesenkirchen für die CDU der untaugliche Versuch, eine Art „Giesenkirchen 2015 light“ ins Gespräch zu bringen. „Wir können bei diesem Vorschlag allerdings kein Konzept erkennen, das geeignet wäre, die Sportstättensituation in Giesenkirchen nachhaltig zu verbessern“, sagt Frank Boss. „So wird die SPD in Giesenkirchen nicht punkten können.“